Glaubwürdigkeit wird in der Geschäftswelt groß geschrieben. Das ist leicht
anhand einiger Negativbeispiele zu belegen: Zeigen Sie sich von einem
Bewerbungsschreiben beeindruckt, das nur so von Tipp- und Rechtschreibfehlern
wimmelt? Halten Sie ein Geschäftsangebot für seriös, das keine Unterschrift
trägt? Was geschieht mit einer Broschüre für Produktneuheiten, die das Datum des
vorletzten Jahres trägt?
Mit der Thematik der Glaubwürdigkeit von
Online-Angeboten setzte sich die Juli/August-Umfrage von Contentmanager.de
auseinander. 316 Personen nahmen an dieser Studie teil und gaben Auskunft zu der
Frage "Welcher Faktor wirkt sich am negativsten auf die Glaubwürdigkeit einer
Website aus?" Unter den fünf zur Wahl stehenden Möglichkeiten kristallisierte
sich klar der Faktor Rechtschreib- und Grammatikfehler (44,94 %) als
Hauptmerkmal einer unglaubwürdigen Website heraus. Es folgten seltene
Aktualisierung (27,53 %) und Anonyme Quellen und Autoren (12,66
%):
Umfrageergebnisse:
- Rechtschreib- und Grammatikfehler: 44,94 % (142 Stimmen)
- Seltene Aktualisierung: 27,53 % (87 Stimmen)
- Anonyme Quellen und Autoren: 12,66 % (40 Stimmen)
- Mangelnde User-Freundlichkeit der Website: 12,03 % (38 Stimmen)
- Geringer Bekanntheitsgrad der Website: 2,85 % (9
Stimmen)
Schreibrichtigkeit: Make no mistake about
it!
Lassen Sie sich nicht täuschen, Rechtschreib- und Grammatikfehler
auf Ihrer Website gelten schon lange nicht mehr als Kavaliersdelikt. Als das
Internet noch in den Kinderschuhen steckte, sah mancher User noch großzügig über
diese "Kleinigkeiten" hinweg. In Zeiten relativ gut funktionierender
Rechtschreibprüfungs- und Wörterbuch-Software sollte dieser Fehlertypus jedoch
der Vergangenheit angehören. Das Überprüfen der Schreibrichtigkeit ist ein
wichtiger Bestandteil der Qualitätssicherung. Bitten Sie einen Kollegen oder
Bekannten, Ihre Texte gegenzulesen. Zugegeben, dieser Schritt kostet anfänglich
Überwindung – doch ziehen Sie es tatsächlich vor, Ihre leicht vermeidbaren
Fehler auf Ihrer Website publik zu machen? Ist Ihr User auch noch so tolerant,
unterbewusst speichert er diese Fehler als Negativpunkte
ab.
Nichts ist älter als die Website von gestern
In
puncto "Aktualität" haben Online-Medien einen entscheidenden Vorteil gegenüber
den traditionellen Printmedien: Bei Bedarf lassen sie sich bequem überarbeiten.
Nutzen Sie diesen Pluspunkt. Bringen Sie nicht nur Ihre selbst verfassten Texte
auf den neuesten Stand, sondern überprüfen Sie auch, ob Ihre Verlinkungen noch
aktuell sind. Beseitigen Sie alle "dead links" von Ihrer Website, denn es ist
unhöflich, Ihren User vor einer verschlossenen Tür stehen zu lassen. Gute CMS
verfügen über eine Wiedervorlagefunktion, die Sie an die regelmäßige
Aktualisierung Ihrer Inhalte erinnert. Nach dem Motto "Tue Gutes und rede
darüber" sollten Sie Ihren User durch eine entsprechende Datumsangabe über die
letzte Überarbeitung Ihrer Website informieren.
Trauen Sie einem
Unbekannten?
Auch der Internet-User möchte gerne wissen, mit wem er
es zu tun hat. Stellen Sie sich deshalb Ihrem Leser nach Möglichkeit kurz vor –
ein bis zwei Sätze genügen. Hierbei sollten Sie hervorheben, was Sie zum
Experten für das von Ihnen bearbeitete Thema macht: Welche Organisation
vertreten Sie? Zeichnet Sie Ihr beruflicher Werdegang aus? Sind Sie Autor
weiterer Publikationen? Geben Sie darüber hinaus Ihre Kontaktdaten an, so kann
Ihr User mit Ihnen in einen Dialog treten. Auf diese Weise erhalten Sie nicht
nur wertvolles Feedback; eventuell ergibt sich sogar eine neue
Geschäftsbeziehung.
Eine Unsitte, die sich im Internet eingebürgert hat,
ist das unsaubere Zitieren. Autoren berufen sich auf Quellen, ohne diese genauer
zu benennen. Das ist unprofessionell und erweckt den Anschein, als gäbe es etwas
zu verbergen. Legen Sie deshalb Ihre Quellen offen: Verfassen Sie beispielsweise
ein Literaturverzeichnisses oder setzen Sie Links zu Online-Texten, die für Ihre
Argumentation wichtig sind.
Zehn goldene Regeln zur
Web-Glaubwürdigkeit
Eine Studie des Stanford Persuasive Technology
Lab belegt: "Nur eine glaubwürdige Website ist eine erfolgreiche Website."
Innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren befragten die amerikanischen
Wissenschaftler 4500 Personen zum Thema Web-Glaubwürdigkeit und entwickelten
zehn vertrauensbildende Maßnahmen für das Internet. ) Befolgen Sie diese
Stanford Guidelines, sind Sie auf der sicheren Seite:
1) Machen Sie es Ihrem User so leicht wie möglich, die Richtigkeit
Ihrer Informationen nachzuprüfen (z.B. Links,
Quellenangaben).
2) Zeigen Sie, dass eine real existierende
Organisation hinter Ihrem Webauftritt steht (z.B. Foto vom Firmensitz,
Unternehmenszahlen).
3) Heben Sie den Expertenstatus Ihrer
Organisation hervor. Zeigen Sie, dass für Ihre Inhalte und Dienstleistungen
Experten verantwortlich sind (z.B. Verweis auf Auszeichnungen,
Mitgliedschaften).
4) Zeigen Sie, dass reale, vertrauenswürdige
Personen hinter Ihrer Organisation stehen (z.B. Fotos,
Kurzlebenslauf).
5) Machen Sie es Ihrem User so leicht wie
möglich, mit Ihnen Kontakt aufzunehmen (z.B. Kontaktformular).
6)
Geben Sie Ihrer Website ein professionelles Design, das im Einklang mit
Ihrem Unternehmensziel steht (Inhalte stehen jedoch im
Vordergrund).
7) Achten Sie darauf, dass Ihre Website
benutzerfreundlich und nützlich zugleich ist (leicht nachvollziehbare
Navigation, relevante Inhalte).
8) Bringen Sie die Inhalte Ihrer
Website auf den neuesten Stand (Datumsangabe der letzten Aktualisierung,
Beseitigung von "dead links").
9) Setzen Sie werbliche Inhalte
Dritter nur mit Vorsicht ein (keine PopUps!).
10) Vermeiden Sie
Fehler aller Art, so geringfügig sie erscheinen mögen (wiederholtes
Korrekturlesen – am besten auf Papier).
Machen sich mehr
Website-Betreiber diese Regeln zu Eigen, könnte die Pauschalisierung
"Printmedien sind glaubwürdiger als Online-Medien" bald als Vorurteil zu den
Akten gelegt werden. Gerade was die ständige Aktualisierung und den Kontakt
zwischen User und Autor anbelangt, ist das Online-Medium dem traditionellen
Printmedium einen Schritt voraus. Diese Potentiale gilt es zu nutzen.
© Quelle: Contentmanager.de