Hier sollte eine kleine Mühle erscheinen

KBV Torsholt e.V.



Trendwende?

Landesvorsitzender Trännapp fordert zur Trendwende auf

Heute gemeinsam anpacken für ein besseres Morgen: Eindringlich hat Landesvorsitzender Johannes Trännapp die Vertreter der sechs ostfriesischen Kreisklootschießerverbände dazu aufgefordert, die aktuellen Herausforderungen in einem großen Verbund zu meistern. "Alle sollten sich in die Diskussion einbringen. Lasst uns einen Zukunftspakt für den Friesensport schmieden", appellierte Trännapp an die Delegierten während der Hauptversammlung am Freitagabend im Kompaniehaus in Berumerfehn. Bei seinem ersten Auftritt als Landeschef nutzte der Hager die Chance, den 57 stimmberechtigten Interessensvertretern der 146 Boßlervereine in Ostfriesland wertvolle Denkanstöße mit auf den Weg zu geben. Seinem Landesverband, dem mit 24 000 Mitgliedern eine wichtige Position im Nordwesten zukommt, stellte Trännapp ein gutes Zeugnis aus. Die öffentliche Wahrnehmung sei durchweg positiv. Sponsoren bieten "mit stolzen Beträgen" wertvolle Rückendeckung. Die tatkräftigen Arbeitsausschüsse, von denen die Vielzahl an Wettkämpfen organisiert wird, lobte Trännapp für ihre "hervorragende und erfolgreiche Arbeit".

Damit hätte er es bewenden lassen können. Dafür aber brannten dem selbst aktiven Friesensportler viel zu viele Probleme unter den Fingernägeln. Angesichts von sinkenden Mitgliederzahlen und demografischem Wandel regte der Landesverbandsvorsitzende an, über die derzeitigen Strukturen nachzudenken. Dies geschieht in seinem Kreisverband Norden bereits bei Regionalkonferenzen mit Vereinsvertretern. In Berumerfehn stellte Trännapp die Vielfalt an Altersklassen in Frage, forderte zur stärkeren Vereinheitlichung des Regelwerks auf und wünschte sich einen schlankeren Spielbetrieb auf Ligaebene, da sonst die Kreise auf Dauer auszubluten drohen. Um eine starke Basis zu wahren, drängt sich offensichtlich eine weitere Reduzierung der Mannschaftsstärken auf, die ebenfalls von Trännapp angesprochen wurde.

Konkreter wurde in dieser Frage der erfahrene Spielleiter Arno Oldendörp, der 1970 den Punktspielbetrieb mit aus der Wiege hob: "Wenn in Norden als größtem ostfriesischen Kreis von 44 Vereinen nur noch 19 in der Lage sind, sonntags 16 Männer-I-Werfer auf die Straße zu bringen, ist eine Reduzierung zwingend erforderlich", betonte der Kreisehrenvorsitzende auf KURIER-Nachfrage.

Vor fünf Jahren waren noch 20 Werfer für eine Hauptmannschaft vorgeschrieben. Demnächst vielleicht nur noch die Hälfte: Oldendörp schlägt für einen funktionierenden Spielbetrieb je zwei Fünfer-Gruppen in den Altersklassen Männer I, II und III vor. Es gibt allerdings auch andere Stimmen:

Der Landesehrenvorsitzende Jardo Tapper aus Blomberg, der als ehemaliger FKV-Chef einst auf einheitliche Regeln drängte, warnt davor, den Gürtel noch enger zu schnallen: "Das kann auch dazu führen, dass Werfer abspringen."

Mit ihren Sorgen stehen die Ostfriesen nicht allein da. "Wir brauchen nicht nur Spitzensport im Ligenbetrieb, sondern auch eine breite Basis", sagte Johann Hasselhorst, Vorsitzender des Klootschießerlandes Verbandes Oldenburg. In der Frage der zukünftigen Mannschaftsstärken wurde er nicht konkret, sondern wollte zunächst das aktuelle Zahlenwerk abwarten. Bei Gesprächen mit Kreisvertretern in Oldenburg wurden seiner Auskunft nach drei Schwerpunktaufgaben für die Zukunft festgehalten: Nachwuchsgewinnung, Ausbildung und Förderung des Ehrenamtes.

Beim Blick auf den Rückgang von einst 45 000 Mitgliedern auf heute 39000 Friesensport-Anhänger im von Ostfriesen und Oldenburgern gebildeten Friesischen Klootschießerverband (FKV) besteht Handlungsbedarf:"Wir halten unseren Bestand. Es kommen aber keine neuen Mitglieder dazu", bilanzierte Trännapp. Dementsprechend einprägsame Worte wählte er im Kompaniehaus.

Sorgenkind über Jahre hinweg bleibt das Klootschießen. Hier gehen die Ostfriesen mit dem von Eilert Taddigs geleiteten Kadertraining einen guten Weg." Wir dürfen nicht nur versuchen, das Klootschießen am Leben zu erhalten, sondern müssen auch dafür sorgen, dass wir ihn positiv präsentieren können", unterstrich der FKV-Vorsitzende Jan-Dirk Vogts. Es müssten noch mehr Fachleute anpacken, um den Eifer zu kanalisieren und die technischen Mängel zu beseitigen.

Positiv für die ostfriesischen Vereine: Angesichts des seit Jahren gesunden Haushalts mit einem Plus von inzwischen fast 29 000 Euro will der Landesverband Ostfriesland stärker investieren. Trännapp kündigte an, dass zukünftig Veranstaltungen der Kreise bezuschusst werden sollen. Schwerpunktmäßig ist dabei an die Jugendarbeit gedacht.

© Quelle: Ostfriesischer Kurier / 19.02.2008


Copyright © 2003-2012 KBV Torsholt e.V.
Irrtum, Änderungen und alle Rechte vorbehalten

[Seitenanfang] [Kommentar] [Impressum]